Keschten, Kultur & Gemeinschaft –  Südtirol

Am Sonntag, den 4.10.2026, früh morgens in Reutte, noch im Dunkeln, fanden sich die ersten Pensionisten ein,
um mit der Firma Zoller auf Reisen zu gehen. Nachdem wir in Lechaschau alle Mitglieder eingesammelt hatten,
konnte es Richtung Südtirol losgehen. Bei guter Laune und herrlichstem Wetter ging es dann über den Brenner nach Sterzing.

In Sterzing angekommen gingen wir in kleinen Gruppen auf die Suche nach einem gemütlichen Frühstück.
Die Auswahl war für einen Sonntag nicht schlecht, und jeder fand etwas, das den Tag perfekt beginnen ließ.

Gegen 10:30 Uhr ging es weiter nach Klausen, mit einem kurzen Abstecher nach Franzensfeste,
wo wir vom Bus aus, einen Blick auf den Tunnelausgang des Brennerbasistunnels werfen konnten – ein beeindruckendes Bauwerk.

Im Hotel angekommen gaben wir unser Gepäck ab, da wir nachmittags noch eine kleine Wanderung ins Auge gefasst hatten.

Weiter ging es dann nach Feldthurns, wo wir das Herbstfestl der Musikkapelle im Schloss Velthurns besuchten.
Einige von uns machten sich gleich auf den berühmten Keschtenweg, suchten sich eine Hofschenke zur Einkehr
und genossen die Kastanienhaine und die herbstliche Landschaft. Andere blieben im Schloss,
fuhren später mit Klaus ins Tal und verbrachten dort einen entspannten Nachmittag.
Wieder andere ließen sich im Schlossgarten die Südtiroler Küche schmecken und wanderten anschließend Richtung Klausen.

Der Weg über Pardell, vorbei an Kloster Säben, bot fantastische Ausblicke ins Eisacktal – ein Genuss für alle, die die Natur lieben.

Am frühen Abend, nachdem alle wieder frisch, fit und gesund im Hotel angekommen waren,
ging es dann mit dem Bus in die Hofschenke Obermoser auf 1.100 Metern. Der Blick ins Eisacktal war atemberaubend,
und die Küche ein echtes Highlight: selbstgemachtes Brot, Kürbiscreme- und Gerstlsuppe,
Erdäpfelblattln mit Kraut, eine kräftige Schlachtplatte mit Hauswurst, Ripperln, Gselchtem, Kraut und Röstkartoffeln.
Zum Abschluss gab es Krapfen/Kniekiechl und natürlich Keschten.

Ein besonderer Moment war Christian mit seiner Ziehharmonika, der uns mit wunderschönen Melodien durch den Abend begleitete.
Gut gelaunt, satt und zufrieden brachte uns Klaus zurück ins Hotel Post, wo wir müde, aber glücklich ins Bett fielen.

Am Montag, den 5. Oktober, erwartete uns im Hotel Post ein voluminöses Frühstück.
Trotz leichtem Regen machten wir uns gut ausgeschlafen auf den Weg ins Etschtal nach Gargazon zur Raffeiner Orchideenwelt.
Ein großes Staunen ging durch die Gruppe, als wir sahen, wie weitläufig und beeindruckend die Anlage ist.

In zwei Gruppen erfuhren wir viel Wissenswertes über die Welt der Orchideen.
Rund 300 verschiedene Arten, verteilt auf mehrere Erlebnisräume, boten Farben, Formen und Düfte,
die man nicht alle Tage sieht. Ein herzliches Dankeschön an unsere beiden Orchideen Experten,
die uns mit viel Wissen und Begeisterung durch die Anlage führten.

Einige Orchideen aus dem Verkaufsraum fanden natürlich auch den Weg ins Außerfern,
nachdem wir so gut informiert wurden, wie wir die Königin der Blumen zu hegen und zu pflegen haben.

Nach einem kleinen Mittagssnack setzten wir unsere Fahrt durchs Eisacktal in Richtung Reschenpass fort.
Das Wetter zeigte sich erneut von seiner schönsten Seite: strahlender Sonnenschein begleitete uns und machte die Weiterreise besonders angenehm.

Am Reschen See nutzten wir die Zeit für eine ausgedehnte Pause. Viele spazierten gemütlich am Ufer entlang,
andere vertraten sich einfach die Beine und genossen den Blick auf den berühmten Kirchturm im Wasser.
Einige umrundeten sogar das im See angelegte zweite Ufer – eine Schutzmaßnahme, die die Wellen vom historischen Turm fernhalten soll.

Für viele war es ein besonderes Erlebnis, endlich einmal nicht nur vorbeizufahren, sondern wirklich dort zu verweilen
und die Atmosphäre dieses einzigartigen Ortes auf sich wirken zu lassen.

Unsere letzte Station war der Gasthof Neuner in Imst, wo wir ein gutes und gemütliches Abendessen genossen.
Gegen 18 Uhr traten wir die Heimreise an – müde, aber erfüllt von zwei wunderschönen Tagen.

Wir sind dankbar für diese gelungene Fahrt, die durch die hervorragende Organisation der Firma Zoller,
durch Klaus Zoller möglich wurde. Ein herzliches Dankeschön an ihn für seine Umsicht, seine Tipps und seinen Humor, der die Reise bereichert hat.

Ebenso möchte ich mich als Obfrau bei allen Pensionistinnen und Pensionisten – auch aus anderen Ortsgruppen – bedanken.
Erst durch eure Teilnahme wird eine solche Fahrt zu einem gemeinsamen Erlebnis, das uns verbindet.

Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Reise.

Armut, Liebe und Vertrauen – Ein Abend, der nachklingt

Heute, machte sich die OG Lechaschau bei strahlendem Sommerhimmel auf den Weg zur Geierwally‑Freilichtbühne. Schon die gemeinsame Busfahrt war geprägt von Vorfreude, vertrauten Gesprächen und dem Gefühl, wieder einmal etwas Besonderes miteinander zu erleben.

Auf dem Programm stand das Stück „Die Schwabenkinder“ von Claudia Lang‑Forcher – ein Werk, das tief in die Geschichte unserer Region greift. Über Jahrhunderte zogen Kinder aus Tirol und dem Alpenraum im Frühjahr talwärts nach Reutte und weiter ins Allgäu, um in Oberschwaben als Saisonarbeiter zu dienen. Auf den Kindermärkten wurden sie von Bauern ausgewählt und verbrachten den Sommer mit harter Arbeit, Verantwortung und oft großem Heimweh. Diese Vergangenheit ist Teil unserer regionalen Identität – und das Stück lässt sie eindrucksvoll lebendig werden.

Im Mittelpunkt der Handlung steht das kleine Wolfele, das miterlebt, wie Jahr für Jahr die älteren Kinder des Dorfes ins Schwabenland geschickt werden. Seine Mutter Agnes weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer und gefährlich dieser Weg sein kann. Sie kämpft verzweifelt darum, ihre Kinder zu schützen – doch die Armut ist stärker als ihre Hoffnung. Als Wolfele schließlich selbst gehen muss, beginnt für die Familie eine Zeit des Bangens. Eine wohlhabende Lehrerfamilie möchte den Jungen adoptieren, und Agnes wird gedrängt, schweren Herzens zuzustimmen. Am Ende des Sommers trifft sie ein weiterer Schicksalsschlag: Ihre Tochter Rosa kehrt nicht zurück. Die Not, die Liebe und die Verzweiflung dieser Familie spiegeln das Schicksal vieler Schwabenkinder jener Zeit.

Die Darstellerinnen und Darsteller brachten diese Geschichte mit einer beeindruckenden Tiefe und Echtheit auf die Bühne. Besonders die Kinder spielten mit einer Intensität, die uns berührte, bewegte und lange nachklingen ließ. Jede Szene, jede Emotion war spürbar – und machte dankbar dafür, wie gut es uns heute geht.

Unser gemeinsamer Eindruck war eindeutig: ein wunderschöner, tief berührender und authentischer Theaterabend. Ein herzliches Vergelt’s Gott an das gesamte Ensemble der Geierwally‑Bühne für diese eindrucksvolle Reise in eine Zeit, die geprägt war von Armut, Mut und stiller Stärke.

Ein ebenso großer Dank gilt unseren Pensionistinnen und Pensionisten. Ihr seid es, die jede Fahrt besonders machen. Eure Freude, euer Miteinander und eure Offenheit geben uns immer wieder den Antrieb, neue Ideen zu entwickeln und euch besondere Erlebnisse zu schenken.

Danke auch an Mario von der Firma Specht sowie an das gesamte Team für die sichere, angenehme und herzliche Fahrt nach Elbigenalp und wieder zurück nach Hause.